Metamorphosen der Stille

Weinberge in Monochrom

Rheinhessische Landschaften zwischen Schlaf und Werden.

Neun Schwarz-Weiß-Fotografien.
Rheinhessen, 2016–2019

Abstrakte Schwarz-Weiß-Rebzeilen unter Schnee mit horizontaler ICM-Bewegung – Metamorphosen der Stille von Marion Rockstroh-Kruft

Metamorphosen der Stille: Rheinhessen in einer stillen Zeit

An Rheinhessen erinnert sich  jeder, der einmal durch die sanften Hügel gefahren ist. Die Rebzeilen, das Licht, die weite offene Landschaft. Ein Bild, das sich ins Gedächtnis brennt.

Diese Serie entstand in den Monaten, in denen dieses Bild sich anders zeigt.

Zwischen Dezember und frühem März. Die Weinberge in ihrer Ruhephase, kurz vor dem Erwachen. Kein Laub, kein Grün, keine Fülle.

Was bleibt, sind Strukturen: die Stickel (Pfähle), die Rebstöcke, die Silhouetten der Bäume gegen den Himmel.
Die Landschaft gibt sich in ihrer puristischsten Form zu sehen und genau dort, in dieser Reduktion, liegt eine verborgene Dramatik.

Zwischen 2016 und 2019 bin ich durch diese Weinberge gegangen und habe dort gestanden. Oft früh morgens, oft allein.
Nicht um zu dokumentieren, was ich sehe, sondern um aufzunehmen, was sich zwischen den Momenten ereignet:
das Erwachen, das Warten, die Stille, die keine leere Stille ist, sondern eine gefüllte.

Durch Intentional Camera Movement – bewusste Kamerabewegung während der Belichtung – löst sich die scharfe Kontur des Motivs auf.
Was entsteht, ist kein Abbild mehr. Es ist ein Abdruck von Bewegung, von Zeit, vom Akt des Sehens selbst.

Die neun Werke dieser Serie folgen einem inneren Bogen:
von der Weite der Landschaft über das Detail des einzelnen Rebstocks bis zum Porträt. Jedes Bild ist ein eigenes Innehalten.

Helpers at Work

Früher März, Nebel über den Rebzeilen. Die Stickel zeichnen sich gegen den Horizont ab wie Noten auf einem Notenblatt: vertikal, gleichmäßig, wartend.
Was man nicht sieht: die Drähte, an denen sich die Reben später emporranken werden. Und doch weiß man, dass sie da sind und die Reben später im Jahr dran hochranken.

80 × 53 cm | 490 €

Touching the Sky

Selztalstellung bei Zornheim, ein klarer Märztag.
Ein einzelner Obstbaum zwischen den Rebzeilen, seine kahlen Äste gegen den Himmel gestreckt. Die Energie des Frühlings ist noch unsichtbar, aber schon spürbar.
Eine Spannung kurz vor dem Aufbrechen.

80 × 53 cm | 490 €

Glacial Grape

Ende Januar. An einem Rebstock hängen noch die Stielgerüste der vergangenen Ernte. Fragile Skelette, die einst Beeren trugen.
Im Weiß des Hintergrundes scheinen sie zu schweben. Festgehalten zwischen dem, was war, und dem, was noch kommt.

53 × 80 cm | 490 €  | VERKAUFT

Winter Haunting

Frostklarer Januar. Die Rebzeilen unter Schnee.
Eine horizontale Kamerabewegung, die mit der natürlichen Linienführung der Reihen interagiert, bis die Ordnung der Weinberge in eine geisterhafte Landschaft übergeht.
Klar und verschleiert zugleich.

80 × 53 cm | 490 €

Fairy Dance

Früher Frühling. Ein alter Weinstock mit teilweise abgelöster Rinde, der Morgen noch in Dunst gehüllt.
Die herabhängenden Rindenstreifen folgen einer tänzerischen Kamerabewegung, die aus Holz und Rinde etwas Ätherisches macht.
An der Grenze zwischen Realität und Imagination.

120 × 80 cm | 890 €

Embracing the Vine

Morgenspaziergang durch die Rebzeilen in der Ruhephase.
Eine kreisförmige Kamerabewegung zieht die Reihen in konzentrische Linien. Der helle Pfad in der Bildmitte wird zur Achse, um die sich alles dreht.
Ein Sog nach innen, der gleichzeitig ins Unendliche führt.

80 × 53 cm | 490 €

Reaching Out

Spät im Dezember. Ein Rebstock mit vollständig erhaltenem Jahrestrieb, bevor der Schnitt kommt.
Seine Ruten strecken sich nach allen Seiten, eine letzte Geste vor der Ruhephase.
Kraft und Verletzlichkeit im selben Bild.

55 × 37 cm | 220 €

Flying Vines

Ende Februar, der letzte Winter noch spürbar. Der Weg zur Kapelle in den Zornheimer Weinbergen.
Ein Solitärbaum als Fluchtpunkt, die Rebzeilen strömen auf ihn zu. Eine Zoom-Bewegung, die das Unterwegssein selbst sichtbar macht.
Bewegung und Ankommen im selben Moment.

55 × 37 cm | 200 €

The Faces of Wine

Früher März, die Weinberge noch in ihrer schlafenden Form. Drei Rebstockporträts.
Jeder Stock eine eigene Persönlichkeit: verwunden-expressiv, schlank-aufrecht, kompakt-ruhend.
Die kreisförmige und spiralförmige Kamerabewegung betont, was das Auge sonst übersieht:
die Individualität innerhalb einer scheinbaren Uniformität.

3-teilig, je 55 × 82,5 cm | Gesamtmaß ab 185 × 82,5 cm | 1.500 €

Zur Edition und Ausführung

Die Werke dieser Serie entstanden zwischen 2015 und 2019 und wurden 2019 als limitierte Erstproduktion gedruckt.

Die meisten Werke existieren in einer Auflage von 1/1 zuzüglich maximal 2 Artist Editions.
Maße und Preise sind für diese Produktion festgelegt und nicht individuell anpassbar.

Alle Drucke wurden hergestellt bei WhiteWall auf Fuji Crystal Archive, Galerieprint glänzend auf Alu-Dibond 3 mm mit Aluminium-Schiene und Acrylglas 2 mm.

Jedes Werk wird geliefert mit Echtheitszertifikat, Künstlerstempel und individuellem Kunstpass, handsigniert von der Künstlerin. 

Zur Technik

Alle Arbeiten dieser Serie entstanden mit Intentional Camera Movement (ICM):
bewusste Kamerabewegung während der Belichtung.

Keine Kamerawackler, kein Zufall, sondern eine kontrollierte Geste, die dem Motiv folgt oder es umfließt.
Horizontal, kreisförmig, radial, tänzerisch.

Jede Bewegung ist eine Entscheidung.

Die Entscheidung für Schwarz-Weiß traf ich vom ersten Bild an. In der Reduktion auf Schwarz und Weiß enthüllt sich eine Klarheit, die im Farbenspiel verborgen bleibt.
Die Strukturen treten hervor, die Atmosphäre verdichtet sich, der Moment wird greifbarer.

Was du siehst, entstand im Moment der Aufnahme.

Die Weinberge in der Ruhephase sind kein Gegenteil des Sommers. Sie sind seine andere Seite.

Was diese Serie zeigt, ist nicht Schlaf, sondern Bereitschaft.
Nicht Abwesenheit, sondern eine Form von Aufmerksamkeit, die sich in der Stille zeigt.
Weil sie dort am deutlichsten zu spüren ist.

Welches Bild bleibt Dir in besonderer Erinnerung und spricht Dich direkt an?